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PARTNER 5 – Studie

Sexualisierte Gewalt ist ein weit verbreitetes Phänomen. So hat rund jede zehnte Frau mindestens einmal sexualisierte Gewalt seit ihrem 15. Lebensjahr erlebt (FRA 2014).

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 63.782 Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung polizeilich erfasst. (BKA 2018). Zu betonen ist, dass es sich bei den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik um die angezeigten Fälle handelt; das bedeutet, die Aussagekraft der PKS ist eingeschränkt.

Als quantitativ angelegte Studie erhebt PARTNER 5 mittels Onlinebefragung relevante Entwicklungen, Einstellungen und Erfahrungen zur Sexualität von Erwachsenen ab 18 Jahren und fokussiert in einer Dunkelfelderhebung Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Kern der Stichprobe sollen Erwachsene aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sein. Angestrebt wird eine Teilnehmer*innenzahl von bundesweit ca. 5.000 Personen, davon 2.000 aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Das Besondere am vorliegenden Forschungsprojekt, bestehend aus zwei Themenkomplexen (“Dunkelfeldstudie zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ und „Erwachsenensexualität im historischen Verlauf“) ist die Betrachtung aktueller Ergebnisse in einem größeren zeitlichen, gesellschaftspolitischen Rahmen. Weiterhin nimmt PARTNER 5 die gesamte Biografie in den Blick und bezieht Bedingungen familiärer und sexueller Sozialisation ein. Dieses Design erlaubt eine profunde Analyse sexualisierter Gewalt hinsichtlich der Faktoren ihres Zustandekommens und ihrer Prävention, ihrer Prognostizierbarkeit, des Unterstützungsbedarfs der Betroffenen und nicht zuletzt ihrer Überwindung.

Die Studie PARTNER 5 schließt einerseits als historische Vergleichsstudie zu den Studien PARTNER I, II und III (1972, 1980 und 1990) an und setzt damit in fast 50jähriger Forschungstradition eine Untersuchungsreihe unter Erwachsenen in den neuen Bundesländern fort und andererseits ist PARTNER 5 „Erwachsene“ die Parallelstudie zur PARTNER 5 „Jugendliche“.

Je reflektierter Sexualität und sexualisierte Gewalt in sozialen, gesellschaftlichen und politischen Handlungsfeldern thematisiert werden, je sensibilisierter Fachkräfte als auch die allgemeine Öffentlichkeit für das Wechselspiel von Macht und Gewalt sind, je intensiver erwachsene Frauen und Männer in ihrer persönlichen und sexuellen Entfaltung gestärkt sind, desto sicherer werden das häusliche Umfeld, Arbeits- und Ausbildungsstätten sowie Orte der Freizeitgestaltung. Sexuelle Bildung wird als lebenslanger Lern- und Aneignungsprozess verstanden, der nicht mit dem Jugendalter und ersten sexuellen Erfahrungen endet. Auch Erwachsene können und sollten in der fortwährenden Entwicklung einer selbstbestimmten, positiv besetzten Sexualität begleitet und vor Grenzverletzungen und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung geschützt werden.

Die Studie verfolgt das Ziel einer selbstbestimmten und positiven Äußerung von Sexualität. Im Vordergrund stehen Möglichkeiten der politischen und pädagogischen Verwertung. Auf Grundlage der Ergebnisse kann politische Weichenstellung in Richtung einer spezialisierten Verbesserung der Angebotsstruktur Sexueller Bildung (Prävention), Fachberatung und Opferambulanzen zu sexualisierter Gewalt (Intervention), Hilfe und Unterstützung für Betroffene (Aufarbeitung) sowie Zufluchtshäuser und -wohnungen (Schutz) in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen als auch bundesweit vorgenommen werden. Darüber hinaus sind auch Erkenntnisse zum Bedarf an (Weiter-)Qualifizierung von Fachkräften der Polizei, Erwachsenenbildung, Rehabilitation, sozialpädagogischen und medizinischen Fachkräften und innerhalb der öffentlichen Verwaltung zu erwarten. Auch darauf aufbauend lassen sich entsprechende politische Prozesse zur Umsetzung notwendiger gezielter Qualifizierungsmaßnahmen als auch öffentlichkeitswirksame Kampagnen entwickeln.

Im gesamten Studienverlauf kommt forschungsethischen Gesichtspunkten ein besonderer Stellenwert zu. Das Forschungsteam ist sich der speziellen Schutzwürdigkeit der persönlichen Grenzen und des respektvollen Umgangs mit dem Vertrauen der Befragten bewusst.

Falls Sie selbst Rat und Unterstützung suchen, finden Sie hier eine Übersicht über Hilfeseiten und Fachberatungsstellen. Weitere Anlaufstellen finden Sie auf dem Hilfeportal Missbrauch.

Und hier geht es zur Studie: Link zur Online-Umfrage.

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