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Schwanger­schafts­abbruch 2012

In­halt­liche Über­nahme des Ar­ti­kels der Hoch­schule Merse­burg vom 01.10.2012:

Re­pro­duk­ti­ve Selbst­be­stim­mung – ein The­ma auch für Deutsch­land

Fach­ta­gung Sep­tem­ber 2012 an der Hoch­schule Merse­burg

Am 27. und 28. Sep­tem­ber 2012 fand an der Hoch­schule Merse­burg die Fach­tagung „Schwan­ger­schafts­ab­bruch zwi­schen re­pro­duk­ti­ver Selbst­be­stim­mung und Kri­mi­na­li­sie­rung – Alte/neue Dis­kurse” statt. Über 170 Teil­neh­mer­_in­nen aus der ge­sam­ten Bun­des­re­pu­blik folg­ten den streit­ba­ren Vor­trägen und ha­ben sich selbst in die Dis­kus­sion ein­ge­bracht.

Die Ta­gung zeich­ne­te sich im Be­son­de­ren durch die Ver­bin­dung von wis­sen­schaft­li­cher De­bat­te und fach­po­li­ti­schem Blick aus. So­wohl Wis­sen­schaft­ler als auch Ver­tre­ter von Fach­ver­bän­den, Mi­nis­te­rien und Po­li­tik ha­ben sich mit ih­ren Er­fah­run­gen und Er­kennt­nis­sen in die Ta­gung ein­ge­bracht.

Im Kern wur­den auf der Fach­ta­gung fol­gen­de Punk­te her­aus­ge­ar­bei­tet: Die Teil­neh­mer stimm­ten in ihrer Ein­schät­zung über­ein, dass eine straf­recht­li­che Re­ge­lung von un­ge­woll­ter Schwan­ger­schaft und Schwan­ger­schafts­ab­bruch we­der aus sach­li­chen noch aus fach­po­li­ti­schen Grün­den in ei­ner mo­der­nen Ge­sell­schaft an­ge­mes­sen ist. Auch die For­de­rung nach sexu­el­ler und re­pro­duk­ti­ver Selbst­be­stim­mung in den The­men­be­rei­chen Kon­tra­zep­tion und Schwan­ger­schafts­ab­bruch – ins­be­son­de­re auch mit dem Blick auf in­ter­na­tio­na­le Ent­wick­lun­gen – ver­band die Mehr­zahl der Teil­neh­mer. An­ge­sichts der re­zept­freien Ab­ga­be der „Pil­le da­nach” in 29 eu­ro­päischen Län­dern ist die Si­tu­ation in Deutsch­land ana­chro­nis­tisch und skan­da­lös, denn die Ver­än­de­run­gen in der Fi­nan­zie­rung von Kon­tra­zep­ti­va für so­zial schwa­che Frau­en und Män­ner seit 2004 schränkt das Recht auf re­pro­duk­ti­ve Selbst­be­stim­mung ein und scheint of­fen­bar zur Zu­nah­me un­ge­woll­ter Schwan­ger­schaf­ten bei­zu­tra­gen.

Das Pro­gramm wur­de be­glei­tet von der Auf­füh­rung und Dis­kus­sion des ak­tu­el­len ös­ter­rei­chi­schen Do­ku­men­tar­films „Der lan­ge Arm der Kai­se­rin” so­wie einer Aus­stel­lung von Mona­LiesA e.V. Leip­zig zum The­ma. Ver­öf­fent­li­chun­gen sind ge­plant.

 

AN­SPRECH­PART­NE­RIN:
Prof. Dr. Ul­ri­ke Busch
Pro­fes­sur für Fa­mi­lien­pla­nung
Tel:  +49 3461 46 2240
Mail: ulrike.busch(at)hs-merseburg.de

Vor­tra­gen­de und Teil­neh­mer­_in­nen be­tei­lig­ten sich re­ge an den Dis­kus­sio­nen.